Solderin' Skaters Logo Schon mal bei den Solderin' Skaters vorbeigeschaut?

Wed, 08 Jan 2014

04.01.14 – Puebla

Unsere erste touristische Aktivität in Puebla galt der Suche nach einer Wäscherei. Als nächstes stärkten wir uns mit einem Frühstück in einem sogenannten Food-Court: Ein großer Saal mit mehreren Mini-Restaurants nebeneinander und einer durchgängigen Bestuhlung. Dann ging es weiter, Kirchen und Kathedralen besichtigen, sich bei der Touristen-Information (oder wie Juliane sagte, Touristen-Museum) schlau machen, durchs Kulturhaus tapsen und auf den Zocalo schlendern. Hier, wie überall bisher, standen schwer bewaffnete Polizisten mit Sturmgewehr und schwerer schusssicherer Weste herum. Der Anblick ist ungewohnt, aber Juliane versicherte mir, dass sei hier ganz normal. Sie waren dann auch trotz deftiger Ausrüstung recht entspannt. Eine Familie durfte ihre Kinder für ein Foto auf die Quads der Polizisten setzen, während die Ordnungshüter witzelten, dass der Schlüssel noch steckt. Die Kleinen düsten aber nicht mit ihrem neuen Spielzeug davon.

Nachdem wir Bustickets für unsere Weiterreise nach Oaxaca gebucht hatten, ging es weiter Richtung Kunstviertel. Durch die Süßigkeiten-Straße (ja, eine Straße mit einem Bonbon-Laden neben dem nächsten) abgelenkt, verliefen wir uns etwas und landeten wieder in der zentralen Einkaufsstraße. Hier setzten wir uns auf eine Bank und beobachteten die Leute eine gute Weile, bevor wir unser ursprüngliches Ziel ansteuerten. Dort speisten wir die lokale Spezialität Mole Poblano, eine dunkelbraune leicht süße Sesamsoße, die mich irgendwie an das persische Fesenjun erinnert.

Abends gingen wir in den Park, der in der Nähe unseres Hotels liegt. Wenig grün und direkt an einer Hauptverkehrsstraße erschien er uns weniger gemütlich als erhofft. Eine dort aufgebaute beschauliche Kirmes und der Abendappell einer kleinen, etwas modern-militärisch wirkenden Marschkapelle hielten uns eine Weile. Im Gehen begriffen sahen wir, dass viele Leute am Straßenrand auf etwas wartenden. Die Straßenkehrer erklärten uns (bzw. Juliane), dass in einer halben Stunde der Umzug der Heiligen Drei Könige beginnen würde. Mit etwas betteln und jammern konnte ich die müde Juliane zum Bleiben ermuntern. Gute zwei Stunden später kam dann die Prozession vorbei, die etwas von Karneval ohne Kamelle hatte. Vor allem viele Schulgruppen spielten Marschmusik oder schwenkten Fahnen, dazwischen kleine Wagen mit Motti wie Außerirdische, Meerestiere oder Engel. Das Ende bildeten dann die Könige, Balthasar auf einem Kamel und Caspar auf einem echten Elefanten. Es hatte den Charme der kleinen Veedel-Umzüge und ich bin sehr froh, dass wir das Ereignis nicht verpasst haben.

Speisen
Enchiladas, Chilequiles, Bananen, Erdbeereis, Mole Poblano, kandierte Samen, Cemites, Lopedium
Wetter
20°C, sonnig und klar

Themenbereich: /voyage | Trackback | Kommentare (0) | Link zu diesem Artikel

Fri, 03 Jan 2014

03.01.14 – Paseo de la Reforma

An diesem Freitag schlugen wir eine andere Richtung ein. Hatten wir bisher Orte östlich unseres Hostels aufgesucht, liefen wir diesmal die große Straße Paseo de la Reforma westwärts. Diese ist umsäumt von großen Hochhäusern diverser Banken und anderen schicken Gebäuden sowie durchzogen von einem leider nicht begehbaren Grünstreifen mit Bäumen, eine invertierte Allee sozusagen. Die Reforma endet am Park Chapultepeque. Bevor wir diesen betraten, stärkten wir uns an einem Hot Dog und Burger-Stand. Der Park selbst ist eine riesige Grünanlage und ein beliebtes Ausflugsziel, auch erkennbar an den eng aneinandergereihten Ständen mit Essen, Hüten oder Spielzeug, die sich wie eine Perlenkette durch den Park bis hin zum See mit Tret- und Ruderbooten zogen. Wir setzten uns auf eine Parkbank und beobachteten eine ganze Weile die Familien, Kinder und Eichhörnchen. Zum Bötchen-Fahren kamen wir dann nicht mehr, da es doch sehr frisch wurde und es wieder anfing zu nieseln. Dafür landeten wir auf der Suche nach einer Toilette im Museo de Arte Moderno. Da keiner von uns sich traute, ob wir diese nutzen durften, zahlten wir Eintritt (wobei Juliane mit ihrem Studentenausweis gratis reinkam) und schauten dafür uns auch die verschiedenen Ausstellungen an, wobei die Werke von Barragán eher langweilig und die von und über María Izquierdo dagegen sehr ansprechen waren. Soll mal einer behaupten, die niederen Bedürfnisse würden einen nicht zu den höheren Künsten führen.

Das sollte dann auch schon unser letzter Tag in Mexiko-Stadt sein. Wir holten unsere Rucksäcke aus dem Hostel und fuhren vom Busbahnhof Tapo weiter Richtung Puebla. (Linien-)Reisebusse sind hier übrigens das gängige Verkehrsmittel, wie bei uns die Eisenbahn. In Puebla hieß es zunächst ein Hotel finden. Zwar hatte uns Julianes ehemalige Mitbewohnerin aus Guadalajara angeboten, bei ihr und ihrer Familie im Haus zu wohnen. Das wurde nichts, aber vermutlich aus falscher Höflichkeit schaffte sie auch nicht das zu kommunizieren und hielt uns stattdessen immer hin. Da Puebla ein von den Hauptstädtern gern besuchtes Ziel für Wochenend-Trips ist, erwies sich die Suche als überraschend kompliziert. In einem guten Dutzend Hotels waren die Zimmer ausgebucht, bis wir eine Bleibe fanden. Diese ist zwar einfach, aber akzeptabel.

Speisen
Hot Dog, Burger, Pop Corn, Emponada
Wetter
19°C, leicht bewölkt mit kleinen Regenschauern

Themenbereich: /voyage | Trackback | Kommentare (0) | Link zu diesem Artikel

Thu, 02 Jan 2014

02.01.14 - Einmal um den Zocalo

Heute war der Zocalo unser Ziel. Einerseits wollten wir die post-kolumbianische Kathedrale, die die spanischen Eroberer auf den Ruinen der Azteken-Stadt errichteten, andererseits standen die Überreste des Templo Mayor auf dem Plan. In der prunkvollen Kathedrale beteten an den zahlreichen Altaren und Schreinen deutlich mehr Menschen als etwa im Kölner Dom. Direkt daneben liegen die Ruinen des alten Tempels, der nur zu einem Bruchteil freigelegt wurde, da die kolonialen Gebäude um den Zocalo unter Denkmalschutz stehen. Über Stege liefen wir über und durch die Ruine und sahen die verschiedenen Schichten aus den unterschiedlichen Bauphasen. Im Tempelmuseum selbst ist eine kleine Rekonstruktion und eine Vielzahl von Fundstücken. Das tatsächliche Ausmaß des Tempels konnte ich aber nicht erfassen.

Ebenfalls am Zocalo befindet sich der Nationalpalast. Auch dieser steht Besuchern offen und präsentiert auf riesigen Wandgemälden (Murales) von Diego Rivera die Geschichte Mexikos. Anschließend gingen wir zum Markt, um dort an einem Taco-Stand etwas zu Essen. Auf dem Weg raus gerieten wir in ein dichtes Gedränge. Für eine halbe Ewigkeit ging es gequetscht zwischen zahllosen Menschen in engen Gassen die mit Ständen zugestellt waren nur im Schritttempo vorwärts. Irgendwann gelangten wir nach mehrfachem Nachfragen zu einer Metro-Station. Deren Eingang galt es zwischen dem Kuddelmuddel an Verkaufsständen erst einmal zu entdecken.

Abends zogen wir nochmal los ins Viertel Coyoatan, um dort etwas zu essen. Im Dunkeln angekommen mussten wir ein Stück zu Fuß durch das eher einsame Wohngebiet laufen bis wir endlich den Marktplatz fanden. Dieser war von Restaurants umsäumt. Auf dem Platz selbst, gab es wie in jedem Park bisher, Stände und die Freiluft-Tanzecke. Der Platz wurde durch eine riesige Anlage mit Weihnachtsliedern von fiepsig singenden Kindern beschallt. Verkleidete Schauspieler warben für diverse Theateraufführungen. Unentschlossen fanden wir erst nach mehreren Runden ein Restaurant. Das Essen war gut, bestand aber im wesentlichen aus einem halben Kilo Fleisch mit Käse überbacken. Dazu gab es Tortillas. Für die Rückfahrt gönnten wir uns bis zur Metro ein Taxi.

Speisen
frisch gepresster Orangensaft, Tacos, Papaya, frische Donuts, Agua Horchata, Pilz-Fleischgericht
Wetter
15°C, bewölkt mit kleinen Regenschauern

Themenbereich: /voyage | Trackback | Kommentare (0) | Link zu diesem Artikel

Wed, 01 Jan 2014

01.01.14 - Feliz año nuevo

Neujahrstag in Mexico Stadt. Wir laufen durch die ruhige Stadt und durch den Park Alameda Central. Hier sind sehr viele Familien mit Kindern. Diese haben sprichwörtlich Narrenfreiheit. Unvermittelt landen wir auf dem Zocalo, dem zentralen Platz. Als Weihnachtsattraktion ist hier eine Riesen-Rutsche und eine Schlittschuh-Laufbahn aufgebaut. Uns ist es zu voll und wir schlendern wieder zurück bis zum Torre Latinamericano, einem Hochhaus mit Aussichtsplattform. Hier sehe ich das erste Mal Mexiko Stadt von oben und in Gänze. Die Aussichtplattform ist über mehrere Etagen verteilt und da es ein beliebtes Ausflugsziel ist, stehen wir eine gute Weile in der Schlange, bis wir ganz auf das Dach gelangen. Auf dem Rückweg setzen wir uns in den Alameda-Park und beobachten die Familien. Die Eltern scheinen eine unendliche Geduld zu haben und spielen ausgiebig mit den Kindern. Sträßenhändler verkaufen diverse Einweg-Spielsachen, wie beispielsweise Ballons in Sper-Form, die mit viel Begeisterung von Klein und Groß mehre Meter hoch in die Luft geschlagen werden. Im Park sind sehr viele Stände aufgebaut, an einem gibt es sogar Tanz-Unterricht. Wir essen ein paar Happen und machen uns langsam auf dem Weg ins Hostel.

Speisen
Mais im Becher mit Limone und Chili, Burger, Tlayuda, Tamales mit Hühnchen
Wetter
18°C, leicht bedeckt

Themenbereich: /voyage | Trackback | Kommentare (0) | Link zu diesem Artikel

Tue, 31 Dec 2013

31.12.13 - Auf nach México

Am Sylvestermorgen beginnt meine Reise zur sehnsüchtig wartenden Juliane. Christian und meine Schwester bringen mich zum Düsseldorfer Flughafen. Von dort geht es nach "Schal de Gaulle" (Zitat Werbung). Dort kann ich nur davon abraten eine Voucher für das WLAN zu kaufen. Lieber sparsam zu EU-Tarif Datenroaming nutzen. Es folgt ein überraschend angenehmer Flug in einer Boeing 747. Zwischen meiner Sitznachbarin Guadalupe und mir ist der Mittelplatz frei. Sie ist Mexikanerin und gibt mir gleich einige Tipps für die Reise inkl. Kontaktdaten, falls Juliane und ich in Schwierigkeiten geraten. Irgendwo über Kanada gratuliert der Kapitän zum neuen Jahr, gemessen nach MEZ. Wir landen aber pünktlich um 18:30 Ortszeit in Mexiko Stadt, kurz D.F. (Districto Federal). Eine Gruppe gelangweilter Zollbeamter interessiert sich entgegen panischer Berichte im Internet™ keineswegs für meinen Rucksack mit Lebkuchen und Schokolade. Kurz dahinter wartet Juliane mit einem Herzchen-Luftballon, einer Rose und hochrotem Kopf auf mich.

Speisen
Champagner, passables Flugzeug-Essen, Mikrowellen-Lasagne
Wetter
15°C, leicht bewölkt (bei Ankunft)

Themenbereich: /voyage | Trackback | Kommentare (1) | Link zu diesem Artikel

 

«  1 [2] 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26  »

Mail-Icon Keywan Najafi Tonekaboni