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Sun, 06 Sep 2009

Zweite Schotterpiste

Bisher habe ich es nicht geschafft die erste Version der neuen Sampler-Reihe Schotterpiste hier kundzutun. Trotzdem scheint die Kompilation bei eingefleischte Fans die Runde gemacht zu haben. Steigen wir also gleich mit Schotterpiste II ein.

Schotterpiste 2 - Cover der CD. Straße in der Wüste.

  1. Man Man - Hurly/Burly
  2. The Pierces - Sticks and Stones
  3. Crystal Castles - Untrust Us
  4. Thomas D - Keine Panik (Der Handtuch Song)
  5. Scream Club - Girl You Look Expensive
  6. Katzenjammer - A Bar in Amsterdam
  7. Soap&Skin - Spiracle
  8. Fever Ray - Seven
  9. M.I.A. - Paper Planes
  10. Crunc Tesla - Welcome To The Circus
  11. Blacken The Black - Blacken the Black
  12. Emily Wells - Symphony 10: Could This Really Be the End
  13. Bernadette La Hengst - Liebe ist ein Tauschgeschäft
  14. Billy Rubin - Death of the Compi
  15. The Gaslight Anthem - Meet Me By The River's Edge
  16. Abjeez - Eddeaa
  17. The Ting Tings - That's Not My Name (Radio Edit)
  18. The Raconteurs - The Switch and the Spur
  19. MGMT - Pieces Of What
  20. Gustav - Soldatin Oder Veteran
  21. Scott Matthew - Upside Down

Schotterpiste 2 - Back-Cover der CD. Straße in der Wüste.
          Tracklist.

Meine liebsten sieben Freunde können mich wie immer nach einer Privatkopie fragen. Wenn Ihr einen Act partout nicht findet, fragt einfach nach.

Foto auf dem Front-Cover: Ribbon Road in Valley of Fire State Park, Nevada von Judy Baxter. Einige Rechte vorbehalten. Foto auf der Rückseite: Nevada Highway 374 von Mark Holloway. Einige Rechte vorbehalten.

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Fri, 04 Sep 2009

Bester Geburtstagskuchen ever

Das war doch mal eine schöne Überraschung

Kuchen in Form einer Musikkassette

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Thu, 27 Aug 2009

California Dreamin'

Hollywood-Zeichen auf den Hills in Los Angeles

Normalerweise ist ja hier der Ort wo ich über meine Reisen berichte. Aber da jetzt eine fette Reise zu meinen lieben Verwandten nach LA ansteht habe ich mich entschlossen, dafür einen eigenen Blog einzurichten:

Keywan goes to Hollywood

P.S.: Nicht erschrecken und die About-Seite anschauen. ;)

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Thu, 16 Jul 2009

Nobatik Wühlkiste

Kiste mit T-Shirts und mehr von Nobatik

Die Kaltfront ist vorbeigezogen und Eure T-Shirts werden wieder von Schweißfluten zersetzt. Doch grämt Euch nicht, denn es gibt wieder neue T-Shirts von Marie Jacobi und Florian Fusco, den Kennern bekannt als Nobatik.

Bisher konnte ich die Ungeduldigen mehr oder weniger davon abhalten die ordentliche Lieferung feinster Shirts, Taschen und Tücher in einen Discounter-Wühltisch zu verwandeln. Doch lange halte ich die Stellung nicht mehr, denn mit der Beharrlichkeit einer Horde Untoter versuchen sie an die Ware heranzukommen. Daher schmieren wir wieder Schnittchen und stellen den Prosecco kalt, denn am Dienstag, den 21. Juli um 19 Uhr steigt die erste T-Shirts statt Tupper-Party in OWL. Ihr und Eure kaufkräftigen Freunde seit eingeladen, Daten gibt es klandestin per E-Mail.

Lehmann-Zertifikate können als Zahlungsmittel leider nicht akzeptiert werden.

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Fri, 03 Jul 2009

Die U-Bahn als Oper

Als Bernadette auf einem Konzert ihre Mitarbeit an einer Oper am Eichbaum ankündigte, da haben Takatukaland und ich nicht schlecht gestaunt. Ist Eichbaum nicht die abgefuckteste Haltestelle in Mülheim, welche als Negativ-Beispiel von den heimischen Verkehrsbetrieben in der ganzen Stadt auf den Vandalismus-Plakaten an den Pranger gestellt wird?

Eichbaumoper

Aushang zur Eichbaumoper neben den
     Haltestellen-Informationen

Eichbaumoper also? Was erwartet uns da? Eine echte Oper? So ein komisches modernes Zeug? Krach oder Musik oder beides? Klar ist, die Oper läuft während des Regelbetriebs der Stadtbahn, wobei der Takt zu solch später Stunde (20:45+X) nicht mehr der dichteste ist. Für jene, die den Ruhrpott immer noch mit Ignoranz strafen eine kurze Beschreibung der Location: Die U18 ist eine U-Bahn/Stadtbahn, welche zwischen Mülheim/Ruhr und Essen fährt, ein gutes Stück davon inmitten der A40 (also, wo anders ist ein Grünsteifen in der Mitte, bei uns eine Bahn mit Haltestellen).

Ein kleiner Fussgänger-Tunnel, an den
Wänden Graffiti
Einer der Ausgänge

Die Haltestelle Eichbaum ist ein wunderbar hässlicher, verwinkelter Bau, kurz bevor die U18 in die A40 eingefädelt wird. Viel Beton, Metall im Gefängnis-Barock, umgeben von der A40 und deren Zubringern, verfeinert durch Graffiti-Tags von Sprayer-Azubis, gelegen in einem der geliebten Problembezirke. Hier tun sich also Kunstbetriebe aus Gelsenkirchen (Musiktheater im Revier), Mülheim (Ringlockschuppen) und Essen (Schauspiel), aber auch Berlin (Raumlabor) zusammen, um in den Vorwehen der Kulturhauptstadt 2010 eine Oper auf die Beine zu stellen. Interagiert die Oper nun mit dem Stadtteil oder okkupiert das Kunst-Bürgertum mit ihrem Geldbeutel (10-20 Euro für eine der raren Karten) nur einen weiteren Raum?

Seitlicher Blick auf die Tribüne.
Rechts die Haltestelle, auf der linken Seite die Autobahn.
Im Hingergrund die A40

Während die Tagesschau in ihrem Beitrag suggeriert, die Fahrgäste der U-Bahn würden mit einer Oper überrascht und könnten spontan aussteigen und diese sich ansehen, sieht es vor Ort doch anders aus. Besitzer der Eintrittskarten werden mit einem U18-Sonderzug vom Essener Hirschlandplatz nach Eichbaum gefahren. In diesem Sonderzug findet auch schon der Beginn des ersten (und, soweit vorab, besten) Teiles statt. Eine ältere Dame, die einfach an einer späteren Haltestelle (in der Schauspieler umstiegen) zusteigen wollte, wurde vom Fahrer rausgeschmissen. Ganz dicke Minus-Punkte dafür.

Blick von der Haltestelle auf die
Tribüne.

Die Freilicht-Bühne ist am Ende des Bahnsteigs, aus der Haltestelle herausragend, aufgebaut. Als weitere Spielorte dienten noch die Zugangsbrücke zur Haltestelle, sowie das Dach der selbigen. Der Orchestergraben war hinter der Bühne unter der Brücke auf dem Bahnsteig sehr elegant platziert. Während der Oper rauschten LKWs und Autos auf der A40 vorbei sowie überraschend leise U18-Bahnen.

Publikum steigt in die Sonder-U18
Eichbaumoper ein.

Erster Zug

Die Eichbaumoper besteht aus drei kleineren Stücken. Der erste Teil (Die Entgleisung)beschreibt die Sehnsucht der U-Bahn sich nicht stets fortbewegen zu müssen und auch einfach mal, wie die zahlreichen Fahrgäste, an einer Haltestelle aussteigen zu können. Während der Bahnfahrt werden die ersten kleinen Gechichten erzählt und Bernadette La Hengst und Dong-Won Seo sowie der Chor erwarten einen schon auf der Eichbaum-haltestelle zum Finale. Musikalisch und emotional hoch mitreißend.

Eine Sängerin in der U-Bahn
Elise Kaufman singt Afrika

Kleine Bühne am Ende des
Bahnsteigs mit Musikern und Bernadette La Hengst.
Das Finale auf dem Bahnsteig.

Zweiter Zug

Im zweiten Part (Simon, der Erwählte) wird die Geschichte eines Findelkindes erzählt, welches von Russland nach Mülheim aufbricht und dort eine Affäre mit einer Hauswirtin anfängt. Es stellt sich heraus, dass sie seine Mutter ist... Dem Stück hatte mehr Zeit um seine Geschichte entfalten zu können gut getan, denn die Story hechtete doch von Szene zu Szene. Zudem kam der Chor nicht so recht zur Geltung und wirkte zu leise.

Chor auf der Brücken-Bühne
Die Hauptbühne zu Beginn...

Dritter Zug

15 Minuten Gedränge war Name und Programm des dritten Teiles. Die Bruchstücke von Biographien, welche beim Warten auf die Bahn am Bahnsteig präsent sind, wurden hier zu einem Geschichten-Wirrwar verwebt. Diese Fragmente wurden parallel, verschachtelt, ineinander gerückt durch die Opensänger vertont, während eine Horde von Statisten für die passende unruhige Atmosphäre sorgt. Aber leider mochte auch hier – vielleicht auch durch das Spicken auf die Übertitel (Untertitel, nur halt oben) – der Funken nicht überspringen. Vielleicht, wenn die einzelnen Erzähl-Linien (akustisch) besser zugänglich gewesen wären, hätte der Mischmasch der zusammentreffenden Welten mehr Eindruck entfaltet.

Mitwirkende auf der Brückenbühne am
Ende der Veranstaltung
... und am Ende der Oper

Und sonst so..?

Das mag sich vielleicht etwas negativ anhören, aber trotzdem war dieser (mein erster) Opernbesuch ein sehr lohnenswerter Abend. Einen besonders interessanten Aspekt fand ich, die Reaktionen der unfreiwilligen Statisten, also jenen, die einfach zur U-Bahn wollten, aus dieser ausstiegen, oder einfach nur vorbeischlenderten, zu beobachten. Zwei junge Frauen, die auf dem Weg zur U18 zwei Minuten neugierig zuschauten, eine Gruppe Jugendlicher, die sich den doch etwas abstrakten letzten Teil rauchend fast komplett ansahen, ein junger Mann, der sportlich-cool über das Geländer hüpfte statt die Treppe zu nehmen oder eine dem Publikum auf dem Weg zur Bahn zuwinkende Jugendliche.


Die Opernbauhütte, hier als Nebenbühne

Die Nachbarn und die Kulturtouristen

Auch wenn im letzten Stück ein Chor der Nachbarschaft auftritt, scheint die Oper an sich doch recht wenig mit dem Raum, welchen sie in Beschlag nimmt, zu interagieren. Aber das Projekt selbst hat einen Vorlauf, mit Workshops und Kooperationen mit den Anwonhnern. Es blieb aber nicht dabei, ein paar ansässige Sprayer zu bitten, den temporären Containerbau stilecht zu gestalten. Es flossen etwa auch Texte von Anwohnern aus den Songworkshops mit Bernadette in die Stücke mit ein. Die Website dokumentiert einen ganzen Strauß solcher Aktionen (Zeitung, Videodreh, Making-Of). Schade nur, dass diese an dem Abend weitestgehend unsichtbar blieben.

DIY-Kunst

Warum nicht aber solche Kunst-Aktionen durch eigenes Handeln ergänzen. Während der Sonderzug-Fahrt etwa laut telefonieren: "Nee, Alter. Geht gerade nicht. Ich bin in die Oper. Tschüssi." Oder während der Vorstellung einfach vor den Augen aller an einen der Betonpfeiler zu taggen, während vorne die Sänger zum Libretto anstimmen. Sich nicht nur zum Statisten abstempeln lassen, sondern selber etwas beizutragen, auch ausserhalb der gewünschten oder vorhersehbaren Pfade. Damit meine ich aber nicht, solche Stücke zu stören oder gar zu sabotieren, sondern auf eine anarchische Art zu ergänzen.

Draussen und umsonst

Zum Schluss noch der Hinweis, wie das Stück gratis angeschaut werden kann. Seit einfach gegen kurz vor Neun an der Haltestelle Eichbaum. Wenn der Sonderzug einfährt, könnt ihr noch (von außen) dem Gesang der U-Bahn im Zug ein wenig lauschen, sowie Bernadettes Libretto am Bahnsteig selbst. Das Vorspiel, welches sich während der Fahrt abgespielt hat würdet ihr leider verpassen, aber das ist nicht weiter schlimm. Das Publikum wird dann nach oben geführt und dort werden erst die Karten kontrolliert, aber auch nur für den Zugang zur Tribüne. Ihr könnt vom Rand ohne Probleme die gesamte Bühne einblicken und die Zaungäste werden auch nicht verscheucht. Drei-Viertel der Oper ist also gratis zu schauen. Viel Spaß, es lohnt sich.

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