Sun, 12 Jan 2014

07.01.14 – Oaxaca

Morgens konnten wir uns zunächst nicht entscheiden, ob wir im Hotel bleiben wollten oder noch ein günstigeres suchen sollten. Als Juliane beim Duschen die begrenzte Kapazität des warmen Wassers zu spüren bekam, fiel die Entscheidung. Wir deponierten unser Gepäck bei der Rezeption und machten uns auf die Suche. Gleich paar Häuser weiter die Straße runter entdeckten wir eine nette Bleibe, aber diesmal wollten wir keine voreiligen Entschlüsse treffen. Die folgenden Hotels auf unserer Suche lagen dann über unserem Budget. Dieses war zudem um einen kleinen Happen geschrumpft, da wir knapp 50 Euro irgendwie verlegt (aka verloren) hatten. Wir streiften bei unseren ziellosen Streifzügen durch die Stadt so oft den Zocalo, dass wir ihn nicht mehr sehen konnten. In Oaxaca sahen wir auch zum ersten Mal westliche Touristen in größerer Anzahl, was auf unserer weiteren Reise noch zunehmen sollte. Die Touristen-Information bestand wie am Busbahnhof nur aus einem Büdchen mit Werbeflyern und mäßigen Informationen. Eine Tagestour in die Natur in den Bergen von Oaxaca schien schwieriger als gedacht. Wir kauften unsere Bus-Tickets nach San Cristobal für Donnerstag-Nacht und entschieden uns für das Hostel in der Nähe von unserem bisherigen Hotel. Unser Zimmer hatte sogar Zugang zu der riesigen Dachterrasse. Wir aßen in einer Gaststätte mit einem Buffet an lokalen Speisen und ausschließlich einheimisch wirkenden Gästen. Kann es einen authentischeren Laden geben, als einen wo Polizisten speisen (an dieser Stelle rollt Juliane skeptisch mit den Augen)? Der Tag blieb ansonsten ereignislos und ohne Museen- oder Kirchenbesuch.

Speisen
Gebäck, Schokoladenkuchen, Saft, Warmes Büffet mit Suppe, Reis und diversen Soßen mit Schwein, Rind und Huhn, Natilla, Agua de Jamaica
Wetter
20°C, klar

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Fri, 10 Jan 2014

06.01.14 – Von Puebla nach Oaxaca

Bevor es mittags Richtung Oaxaca ging, stärkten wir uns in der nahegelegenen Markthalle mit einem üppigen Frühstück. Während Juliane noch einen frischen Orangensaft organisierte kaufte ich ein Cemites-Sandwich für die Fahrt. Mit einem kleinen Omnibus ging es dann zum zentralen Busbahnhof, wobei dieser nicht direkt dort hielt. Wir mussten die vierspurige Straße über eine enge Metall-Brücke mit steilen Treppen überqueren. Uns kam eine ältere Frau entgegen, die langsam Stufe für Stufe runterkletterte und zwar lächelte, aber zu Juliane meinte, sie hätte Angst.

Der Busbahnhof ähnelt mehr einem kleinen Flughafen, nur das an den Gates keine Flieger warten. Der Bus war bequem und wir hatten Plätze in der ersten Reihe. Während der Fahrt wurden zwei Hollywood-Filme in Spanisch gezeigt und Juliane übersetzte mir hier und da die Dialoge des ersten Films (kruder Fahrradkurier-Actionfilm). Auf den nachfolgenden Spiderman hatte ich weniger Lust, denn draußen flogen atemberaubende Landschaften an uns vorbei. Die Wolken streiften die Bergkuppeln und schienen zum Anfassen nahe. Ich kam aus dem Staunen nicht heraus, während der Bus die Serpentinen nach oben ins Hochland von Oaxaca fuhr.

In Oaxaca schlug unser Plan fehl, über ein lokales Reisebüro die kommenden Reisetage zu planen. Gleich um die Ecke entdeckten wir aber ein passables Hotel und machten uns dann auf dem Weg zum nahegelegenen Zocalo. An einem Straßenstand aßen wir Tlayudas, kauften nebenan frisch geröstete Kartoffelchips und gingen zurück zum Hotel. Kurz vor Ankunft gruselte uns ein wenig, da die Straße just an der Stelle recht dunkel war.

Speisen
Huevos tirades mit Salsa verde, Pan dulce, Frijolades, frischer Saft, Cemites, Tlayuda, frische Chips
Wetter
17°C, klar

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Fri, 10 Jan 2014

05.01.14 - Cholula

Gleich neben Puebla liegt die Ruinen-Anlage Cholula, zu der wir bequem mit einem ollen Linienbus gelangten. Eigentlich war hier einst eine Azteken-Siedlung, bevor der werte Herr Cortes sie dem Erdboden gleich machte, mehrere Tausend Menschen umbrachte und beschloss Puebla zu gründen. Juliane las aus ihrem Reiseführer vor, dass er jeden Tag in Cholula eine neue Kirche errichten wollte, 39 davon sind noch erhalten, eine davon als Symbol der Eroberung oben auf die alte Pyramide gleich draufgepflanzt. Die Pyramide selbst sieht auf den ersten Blick wie ein kleiner Berg oder Hügel aus, aber unterhalb der Vegetation ist ein Steinbau. Bevor es aber auf die Pyramide drauf ging, kaufte ich an einem der Ober-Touri-Stände einen Hut. Juliane meinte, ich würde damit keinen Schönheitspreis gewinnen, aber zumindest war mein Schädel vor der Sonne geschützt. Ein gutes Stück oben ist ein Eingang in die Pyramide. Wir liefen durch einen schmalen Stollen in die Anlage. Es gab nur einen vorgegebenen Weg, aber in die (teilweise diagonalen) Seitenstollen konnte man zumindest reinschauen. Bei manchen konnte man weder Anfang noch Ende erkennen. Unsere Fotos geben das nur mangelhaft wieder. Nach gut einer Viertelstunde war der Spaß auch schon vorbei und wir kamen auf der anderen Seite wieder raus. Nach einem kleinen Päuschen machten wir uns auf den Weg auf die Spitze der Pyramide und lugten kurz in die besagte Kirche rein. Da Sonntag war, lief hier Non-Stop jede Stunde ein neuer Gottesdienst und trotzdem warteten Leute vor der Kirche, weil es drinnen nicht genug Platz gab. Die Aussicht vom Kirchplatz über Cholula war beeindruckend und wir konnten selbst den Popocatepetl sehen.

Wieder unten angekommen auf dem Zocalo gab es auch hier eine Rummel. Neben den niedlichen Fahrgeschäften spielten zwei Bands, die nicht gegensätzlicher sein konnten: eine Punk-Gruppe und eine Trommelgruppe in indianischer Kleidung. Wir stärkten uns an einem Stand einer Familie. Bei der Essenswahl hat Juliane meist das bessere Händchen, denn im Nachhinein hätte ich oft lieber ihr Menü. Dennoch war auch mein Essen lecker. Anschließend versuchte ich den Verkäufer mit den gebackenen Bananen zu finden, was sich als fast unmöglich erwies, obwohl er beim Mittagessen noch mit seinem Wagen direkt neben uns stand. Wir hingen sehr lange auf dem Zocalo herum und frönten unserem Hobby: Beobachten von Menschen. Vor unserer Abfahrt klapperten wir noch ein paar Kirchen ab und sprangen dann in den Bus zurück nach Puebla.

Speisen
Rosca, Atole, Tamales, frischer Saft, Mixiote, Chipotle con queso, Taco de bisteck, Hot Cake, Agua Fresco, Camote, Kohlrabi am Stiel
Wetter
20°C, sonnig, windig

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Wed, 08 Jan 2014

04.01.14 – Puebla

Unsere erste touristische Aktivität in Puebla galt der Suche nach einer Wäscherei. Als nächstes stärkten wir uns mit einem Frühstück in einem sogenannten Food-Court: Ein großer Saal mit mehreren Mini-Restaurants nebeneinander und einer durchgängigen Bestuhlung. Dann ging es weiter, Kirchen und Kathedralen besichtigen, sich bei der Touristen-Information (oder wie Juliane sagte, Touristen-Museum) schlau machen, durchs Kulturhaus tapsen und auf den Zocalo schlendern. Hier, wie überall bisher, standen schwer bewaffnete Polizisten mit Sturmgewehr und schwerer schusssicherer Weste herum. Der Anblick ist ungewohnt, aber Juliane versicherte mir, dass sei hier ganz normal. Sie waren dann auch trotz deftiger Ausrüstung recht entspannt. Eine Familie durfte ihre Kinder für ein Foto auf die Quads der Polizisten setzen, während die Ordnungshüter witzelten, dass der Schlüssel noch steckt. Die Kleinen düsten aber nicht mit ihrem neuen Spielzeug davon.

Nachdem wir Bustickets für unsere Weiterreise nach Oaxaca gebucht hatten, ging es weiter Richtung Kunstviertel. Durch die Süßigkeiten-Straße (ja, eine Straße mit einem Bonbon-Laden neben dem nächsten) abgelenkt, verliefen wir uns etwas und landeten wieder in der zentralen Einkaufsstraße. Hier setzten wir uns auf eine Bank und beobachteten die Leute eine gute Weile, bevor wir unser ursprüngliches Ziel ansteuerten. Dort speisten wir die lokale Spezialität Mole Poblano, eine dunkelbraune leicht süße Sesamsoße, die mich irgendwie an das persische Fesenjun erinnert.

Abends gingen wir in den Park, der in der Nähe unseres Hotels liegt. Wenig grün und direkt an einer Hauptverkehrsstraße erschien er uns weniger gemütlich als erhofft. Eine dort aufgebaute beschauliche Kirmes und der Abendappell einer kleinen, etwas modern-militärisch wirkenden Marschkapelle hielten uns eine Weile. Im Gehen begriffen sahen wir, dass viele Leute am Straßenrand auf etwas wartenden. Die Straßenkehrer erklärten uns (bzw. Juliane), dass in einer halben Stunde der Umzug der Heiligen Drei Könige beginnen würde. Mit etwas betteln und jammern konnte ich die müde Juliane zum Bleiben ermuntern. Gute zwei Stunden später kam dann die Prozession vorbei, die etwas von Karneval ohne Kamelle hatte. Vor allem viele Schulgruppen spielten Marschmusik oder schwenkten Fahnen, dazwischen kleine Wagen mit Motti wie Außerirdische, Meerestiere oder Engel. Das Ende bildeten dann die Könige, Balthasar auf einem Kamel und Caspar auf einem echten Elefanten. Es hatte den Charme der kleinen Veedel-Umzüge und ich bin sehr froh, dass wir das Ereignis nicht verpasst haben.

Speisen
Enchiladas, Chilequiles, Bananen, Erdbeereis, Mole Poblano, kandierte Samen, Cemites, Lopedium
Wetter
20°C, sonnig und klar

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Fri, 03 Jan 2014

03.01.14 – Paseo de la Reforma

An diesem Freitag schlugen wir eine andere Richtung ein. Hatten wir bisher Orte östlich unseres Hostels aufgesucht, liefen wir diesmal die große Straße Paseo de la Reforma westwärts. Diese ist umsäumt von großen Hochhäusern diverser Banken und anderen schicken Gebäuden sowie durchzogen von einem leider nicht begehbaren Grünstreifen mit Bäumen, eine invertierte Allee sozusagen. Die Reforma endet am Park Chapultepeque. Bevor wir diesen betraten, stärkten wir uns an einem Hot Dog und Burger-Stand. Der Park selbst ist eine riesige Grünanlage und ein beliebtes Ausflugsziel, auch erkennbar an den eng aneinandergereihten Ständen mit Essen, Hüten oder Spielzeug, die sich wie eine Perlenkette durch den Park bis hin zum See mit Tret- und Ruderbooten zogen. Wir setzten uns auf eine Parkbank und beobachteten eine ganze Weile die Familien, Kinder und Eichhörnchen. Zum Bötchen-Fahren kamen wir dann nicht mehr, da es doch sehr frisch wurde und es wieder anfing zu nieseln. Dafür landeten wir auf der Suche nach einer Toilette im Museo de Arte Moderno. Da keiner von uns sich traute, ob wir diese nutzen durften, zahlten wir Eintritt (wobei Juliane mit ihrem Studentenausweis gratis reinkam) und schauten dafür uns auch die verschiedenen Ausstellungen an, wobei die Werke von Barragán eher langweilig und die von und über María Izquierdo dagegen sehr ansprechen waren. Soll mal einer behaupten, die niederen Bedürfnisse würden einen nicht zu den höheren Künsten führen.

Das sollte dann auch schon unser letzter Tag in Mexiko-Stadt sein. Wir holten unsere Rucksäcke aus dem Hostel und fuhren vom Busbahnhof Tapo weiter Richtung Puebla. (Linien-)Reisebusse sind hier übrigens das gängige Verkehrsmittel, wie bei uns die Eisenbahn. In Puebla hieß es zunächst ein Hotel finden. Zwar hatte uns Julianes ehemalige Mitbewohnerin aus Guadalajara angeboten, bei ihr und ihrer Familie im Haus zu wohnen. Das wurde nichts, aber vermutlich aus falscher Höflichkeit schaffte sie auch nicht das zu kommunizieren und hielt uns stattdessen immer hin. Da Puebla ein von den Hauptstädtern gern besuchtes Ziel für Wochenend-Trips ist, erwies sich die Suche als überraschend kompliziert. In einem guten Dutzend Hotels waren die Zimmer ausgebucht, bis wir eine Bleibe fanden. Diese ist zwar einfach, aber akzeptabel.

Speisen
Hot Dog, Burger, Pop Corn, Emponada
Wetter
19°C, leicht bewölkt mit kleinen Regenschauern

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